Klasse 9 forscht mit 3D-Druckern
Schleimpilze im Labyrinth
Im Kurs „Angewandte Naturwissenschaften“ der Jahrgangsstufe 9 arbeiten unsere Schülerinnen und Schüler aktuell an einem außergewöhnlichen Projekt, das Biologie, Technik und Kreativität miteinander verbindet.

Ausgangspunkt war die Gestaltung eigener Labyrinthe auf Millimeterpapier, die anschließend mit dem CAD-Programm Onshape digital konstruiert wurden. Diese Entwürfe wurden schließlich mithilfe unserer schuleigenen 3D-Drucker aus PETG umgesetzt.
Im nächsten Schritt wurden die gedruckten Labyrinthe mit Agar gefüllt und mit Schleimpilzen besetzt. Ziel des Experiments ist es, zu untersuchen, ob Schleimpilze in der Lage sind, ein Labyrinth effizient zu „lösen“, also Wege zu finden, Abkürzungen zu erkennen und sich optimal auszubreiten.


Erste Ergebnisse zeigen, dass dies grundsätzlich funktioniert – allerdings mit einer spannenden Herausforderung: Die Schleimpilze überwinden teilweise sogar die vorgesehenen Wände. Dieses unerwartete Verhalten führt dazu, dass die Schülergruppen nun eigenständig überlegen, wie die Barrieren angepasst oder behandelt werden müssen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.


Gerade dieser offene Ausgang macht den besonderen Reiz des Projekts aus. Die Schülerinnen und Schüler durchlaufen eigenverantwortlich alle Phasen eines naturwissenschaftlichen Arbeitsprozesses: von der Planung über die Konstruktion und praktische Umsetzung bis hin zur Auswertung. Dabei stoßen sie immer wieder auf reale Probleme, etwa bei der Materialwahl, dem Design der Labyrinthe oder der Durchführung der Versuche, und entwickeln eigene Lösungsstrategien.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und praxisnah naturwissenschaftlicher Unterricht sein kann. Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein unserer Schule – ohne die Unterstützung und die Anschaffung der 3D-Drucker wäre ein solches Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen.