MINT 7 bei freestyle-physics

Stabile Kräne aus Schaschlikspießen und Gummibändern

Auch in diesem Jahr hat das Theodor-Heuss-Gymnasium wieder an freestyle-physics auf dem Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen teilgenommen. Seit 2023 sind wir regelmäßig bei diesem besonderen Physikwettbewerb dabei, bei dem es um kreatives Problemlösen, physikalisches Verständnis und praktisches Tüfteln geht.

Für unsere Forscher aus dem Kurs MINT 7 stand in diesem Jahr die Aufgabe „Duisburger Hafenkran: Die Schaschlik-Edition“ auf dem Programm. Ziel war es, einen möglichst leichten und gleichzeitig stabilen Portalkran zu bauen. Die Vorgaben waren anspruchsvoll: Der Kran durfte nur aus Schaschlikspießen und Gummibändern bestehen, musste von allein stehen, einen freien Abstand von 40 cm überbrücken und ein Gewicht von 400 g tragen. Außerdem durfte die Konstruktion nur eine begrenzte Stellfläche einnehmen.

Unsere beiden Gruppen stellten sich dieser Herausforderung mit großem Einsatz. Beide Teams bauten funktionierende Portalkräne, die jeweils etwa 90 g wogen und das vorgegebene Gewicht tragen konnten. Damit waren unsere Gruppen gut mit dabei. Die Siegerkonstruktion mit nur 36 g Gesamtmasse blieb zwar unerreicht, aber auch unsere Kräne zeigten sehr deutlich, wie viel Stabilität man mit einfachen Materialien erreichen kann, wenn Konstruktion, Kraftverteilung und Ausdauer zusammenkommen.

Wie jedes Jahr bot freestyle-physics nicht nur den Wettbewerb selbst, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Das große Festzelt auf dem Campus war voller Schülerinnen und Schüler, die ihre Konstruktionen präsentierten, testeten, verbesserten und mit den Lösungen anderer Gruppen verglichen. Dazu kamen Laborführungen und Vorlesungen, die einen direkten Einblick in Forschung und Studium ermöglichten.

Unsere Schülerinnen und Schüler besuchten unter anderem eine Vorlesung zum Thema Sonnenjets. Dabei konnten sie nicht nur zuhören, sondern dem Professor auch eigene kluge Fragen stellen. Besonders spannend war außerdem eine Laborführung in einem Institut, das sich mit der Entstehung von Planeten beschäftigt. Dort wurden Experimente vorgestellt, die unter Bedingungen der Schwerelosigkeit durchgeführt werden, zum Beispiel im Fallturm in Bremen oder bei Parabelflügen in der Nähe von Bordeaux. Einige der gezeigten Versuchsaufbauten waren bereits mehrfach bei solchen Forschungsflügen im Einsatz.

Auch die Frage, was man für ein Physikstudium mitbringen sollte, wurde offen angesprochen. Die Antwort der Wissenschaftler war für viele überraschend klar: Mathematik kann man an der Universität lernen, wenn man bereit ist, sich intensiv darauf einzulassen. Mindestens genauso wichtig sind hohe Einsatzbereitschaft und Teamwork. Eine gute Arbeitsgruppe, mit der man gemeinsam denkt, rechnet und durchhält, ist im Studium ein entscheidender Faktor.

So wurde der Tag auf dem Campus Duisburg zu einer gelungenen Mischung aus Wettbewerb, Forschungseinblick und Studienorientierung. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten ausprobieren, nachfragen, vergleichen und erleben, wie lebendig Naturwissenschaften sein können. Vielleicht hat der Besuch bei dem einen oder anderen sogar Lust auf ein späteres naturwissenschaftliches Studium gemacht.